Interdisziplinäres Doktorandenkolloquium "Neue Medien"

Politisches Handeln in Demokratien ist auf Legitimation angewiesen.
Diese erhalten politische Akteure vor allem durch Kommunikation, die
über die Massenmedien vermittelt wird. Kommunikation ist also das
wichtigste Mittel, mit dessen Hilfe in einem politischen System
Interaktionen stattfinden und Zustimmung erzeugt werden kann. Sie macht
Politik publik und öffnet auf diesem Wege die Möglichkeit geprüft,
unterstützt, verworfen oder abgelehnt zu werden. Diese
Vermittlungsleistung weist Zeitungen, Fernsehen und zunehmend auch neuen
Medien eine zentrale Rolle in politischen Entscheidungsprozessen zu.
Mit
der Etablierung des als ‚Mitmachnetz’ bezeichneten Web 2.0 nimmt
politische Kommunikation im Internet eine neue Qualität an. Web 2.0
Anwendungen ermöglichen nicht nur ein Höchstmaß an politischer
Information, sondern haben aufgrund ihrer Rückkanalfähigkeit auch ein
interaktives und partizipatives Potenzial. Auf der bisherigen
Einbahnstraße der Kommunikation herrscht nun Gegenverkehr. In diesem
veränderten System wird Kommunikationskompetenz mehr denn je zu einer
entscheidenden Machtprämie. Parteien, politische Institutionen und dem
Journalismus stellen sich damit neue Anforderungen.
Call for Papers 
16. März 2011
Interdisziplinäres Doktorandenkolloquium „Neue Medien“
Die Einreichungsfrist wurde verlängert bis zum 31. Mai 2011
Das exponentielle Wachstum neuer Medien hat in den letzten zehn Jahren Umfang, Qualität und Effekte der Kommunikation in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft grundlegend verändert. Klassische Internet-Anwendungen wie das World Wide Web oder E-Mail lassen ebenso wie Web 2.0 Applikationen Räume schrumpfen, beschleunigen Informations-, Wissens- und Erfahrungsaustausch, verändern soziale Beziehungen und eröffnen neue politische Optionen und Partizipationsformate. Neue Medien haben Auswirkungen auf alle drei Dimensionen der Politik. Sie betreffen die unterschiedlichen normativen Vorstellungen über Aufgaben und Ziele von Politik, politische Willensbildungs- und Interessenvermittlungsprozesse sowie die strukturelle und formelle Dimension, die sich in der Verfassung und geltenden Rechtsordnung widerspiegelt. Die etablierten Beobachtungs- und Deutungsinstrumente den geänderten Gegebenheiten anzupassen, stellt über die Grenzen wissenschaftlicher Disziplinen hinweg eine erhebliche Herausforderung dar.
Die NRW School of Governance veranstaltet zur Vermessung dieses Forschungsraums das interdisziplinäre Doktorandenkolloquium „Neue Medien“ am 29. Juli 2011 an der Universität Duisburg-Essen, Campus Duisburg. Aus unterschiedlichen Blickwinkeln sollen schwerpunktmäßig folgende Themen diskutiert werden:
- Veränderungen in den Strukturen und Abstimmungsprozessen etablierter politischer Akteure wie Parteien, Regierung und Verwaltung durch neue Medien
- Wandel der politischen Kommunikation und Politikvermittlung durch neue Medien
- Digitaler Strukturwandel der Öffentlichkeit
- Auswirkungen neuer Medien auf die theoretische Modellierung normativer Demokratiemodelle
- Bedeutung ethischer Standards im Internet
- Potenzial neuer Medien für die Organisation politischer Diskurse
- Organisation von Informations- und Wissenskomplexen über neue Medien und ihr Potenzial für eine virtuelle Politik- und Gesellschaftsberatung
- Bereitstellung öffentlicher Daten (Open Data) und kooperative Nutzung durch Verwaltung und Bürgerschaft (Open Government)
- Neue Methoden und Arbeitstechniken für eine datenorientierte sozialwissenschaftliche Forschung sowie semantische bzw. korpuslinguistische Analysen (Opinion Mining)
- Entwicklung und Einsatz computerbasierter Techniken und Anwendungen für den Umgang mit digitalen Daten innerhalb politischer Prozesse
Bitte senden Sie ein aussagekräftiges 2-3 seitiges Abstract (plus gegebenenfalls Anhang) bis zum 31. Mai 2011 an neuemedien@nrwschool.de. Über die Auswahl der Teilnehmer und das Programm informieren wir Sie zeitnah. Die Tagungsteilnahme ist kostenlos. Reisekosten können nicht übernommen werden. Sollten Sie weitere Fragen zur Bewerbung haben, können Sie sich gerne an uns wenden
Der CfP als download | Themenschwerpunkt Medien, Politik und Web 2.0
Ansprechpartner 
Matthias Bianchi, M.A.
Raum: LS 104
Tel.: (0203) 379 - 2706
Fax: (0203) 379 - 3179
Email: matthias.bianchi@uni-due.de
Dipl.-Soz.-Wiss. Marvin Bender
Raum: LS 008
Tel.: (0203) 379 - 4550
Fax: (0203) 379 - 3179
Email: marvin.bender@uni-due.de
Dipl.-Pol. David Goertz, M.A.
Email: david.goertz@uni-due.de












