Der HANIEL Master Course im Wintersemester 2009/2010
Im Wintersemester 2009/2010 werden wieder zwei HANIEL Master Course angeboten.
HMC NR 9 - Der HANIEL Master Course „Praxis der Politikgestaltung: Verhandeln, Vermittlen, Kommunizieren“ im Wintersemester 2009/10 ist angelegt als Anwendungsmodul des Masterstudiengangs.
Wie sehen politische Verhandlungen in der Praxis aus? Wie kommunizieren Entscheidungsträger zielorientiert mit den Medien, mit Interessenvertretern und der Öffentlichkeit? Welche besonderen Anforderungen stellt die öffentliche Kommunikation nicht nur an politische Entscheider, sondern auch an wirtschaftliche Akteure, die sich an der Schnittstelle zwischen Politik und Wirtschaft bewegen? Diesen und anderen Fragen werden die Studierenden gemeinsam mit Praktikern aus Politik, Wirtschaft und Medien nachgehen.
Die Bandbreite der verschiedenen Anwendungsübungen reicht von Lerneinheiten zum Thema: „Wie verfasse ich eine Presseerklärung", bis hin zu Workshops Redenschreiben und Medientraining. Angeleitet und unterstützt werden die Studierenden durch Experten aus diesen Themengebieten.
Das Programm des HANIEL Master Course Nr. 9 im Wintersemester 2009/10 im Überblick finden Sie hier.
HMC NR 10 -Die Studierenden des ersten Semesters beschäftigen sich mit der Thematik:: "Politikberatung: Strategien, Instrumente, Stile des modernen Regierens"
Moderne Politikberatung bewegt sich an den Schnittstellen zwischen Politik und Öffentlichkeit, zwischen Lobbyismus und Public Affairs, zwischen wirtschaftlicher Rationalität und den Anforderungen der Mediengesellschaft. Politische Steuerung verzahnt diese Aspekte unter den Bedingungen der politischen Rationalität. Die KursteilnehmerInnen setzen sich mit den Strategien, Instrumenten und den Stilen des praktischen Regierungshandelns auseinander und den Möglichkeiten die sich dabei für Politikberatung eröffnen. Während einer Berlinexkursion haben Sie die Möglichkeit mit Experten der Politikberatung persönlich in Kontakt zu treten.

Veranstaltungsüberblick
Im Rahmen des HANIEL Master Course fanden im Wintersemester 2009/2010 folgende Veranstaltungen statt:
26. Januar 2010
Politikberatung auf internationaler Ebene
PD Dr. Martin Thunert, Politikwissenschaftler an der Universität Heidelberg und Gastdozent der NRW School of Governance, war zu Gast im Haniel Master Course von Prof. Dr. Andreas Blätte. Im Mittelpunkt der Sitzung standen verschiedene Ansätze von Politikberatung unter dem Einfluss nationaler Rahmenbedingungen und Traditionen und die spezielle Rolle von Think Tanks in diesem Beratungsfeld.
(v.l.: Prof. Dr. Andreas Blätte; PD Dr. Martin Thunert; Studierende des Haniel Master Course)
Thunert, der sich seit vielen Jahren mit Politikberatung und Ressourcen, Strategien und Potenzialen von Think Tanks beschäftigt, erläuterte seine Forschungsansätze anhand zahlreicher Beispiele aus der Beratungspraxis. Mit den Studierenden diskutierte er vor allem Besonderheiten der Politikberatung auf internationaler Ebene und die Funktion und den Einfluss von Think Tanks auf das politische Beratungsgeschehen. Weitere Themen waren die zunehmende Komplexität der Anforderungen an moderne Politikberater und die Rolle von politischen Stiftungen in Deutschland.

17.-19. Januar 2010
NRW School of Governance auf dem Marktplatz der Ideen
NRW
School of Governance vor Ort - unter diesem Motto reisten die
Studierenden des Masterstudiengangs „Politikmanagement, Public Policy
und öffentliche Verwaltung“ vom 17. bis 19. Januar 2010 in die
Bundeshauptstadt Berlin.
Unter der Leitung von Prof. Dr.
Andreas Blätte hatten die Teilnehmer die Gelegenheit, im persönlichen
Gespräch mit zahlreichen politischen Akteuren die Facetten der
Strategien, Instrumente und Stile des Regierens in der Praxis zu
diskutieren. 
Besuche von sowohl staatlich-organisierten Agenturen wie politischen Stiftungen oder der Stiftung für Wissenschaft und Politik (SWP),
als auch privatwirtschaftlich organisierte Think Tanks und Public
Affairs Agenturen einen umfassenden Einblick in die Landschaft der
Politikberatung.
Matthias Schäfer, Leiter des Teams Wirtschaftspolitik der Konrad-Adenauer-Stiftung erläuterte
die Rolle öffentlich finanzierter Stiftungen und die Herausforderung an
die Zusammenarbeit mit Parteien sowie Einflusspotenziale der
Stiftungsarbeit auf das politische Tagesgeschäft. Die besondere Rolle
parteinaher Stiftungen war auch Thema eines Besuchs der Friedrich-Ebert-Stiftung, wo Cilia Ebert-Libeskind aus der Abteilung Internationale Politikfeldanalyse weitere Einblicke in die Stiftungsarbeit gab.
In einem Gespräch mit Tobias Dürr, dem Leiter des Planungsstabs in der Staatskanzlei Brandenburg und Chefredakteur der Berliner Republik,
erfuhren die Teilnehmer, wie sich die Gründung eines Think Tanks
vollzieht und welche Unterschiede die deutsche Think Tank Landschaft im
Vergleich zu den USA kennzeichnet. Außerdem erläuterte Dürr
Einzelheiten zu seiner Tätigkeit in der Staatskanzlei Brandenburg und
betonte die Bedeutung persönlicher Kontakte zur Mobilisierung von
Ressourcen um so neue Ideen verwirklichen zu können. 
Die Besuche der privat agierenden Akteure des Global Public Polcy institute (GPPi) und der Johanssen + Kretschmer Strategische Kommunikation GmbH
machten deutlich, dass diese Unternehmen einem großen Konkurrenzkampf
ausgesetzt sind und auf die ständige Aquirierung neuer Projekte und
Angebote angewiesen sind, um auf dem „Marktplatz der Ideen“ zu bestehen.
Weitere Programmpunkte waren ein Treffen mit Tina Zierul, stellvertretende Leiterin der E.ON Repräsentanz in Berlin, sowie ein Besuch der Landesvertretung Nordrhein-Westfalen und des Deutschen Bundestags.
Nach
informativen und anregenden Gesprächen und Diskussionen verließen die
Studierenden die Bundeshauptstadt Berlin mit einem konkreten Eindruck
von Möglichkeiten und Grenzen der Einflussnahme auf politische Akteure
und Prozesse.

19. Januar 2010
Studierende stehen im WDR-Studio Duisburg vor der Kamera
Medienkompetenz gilt heute als wichtiger Machtfaktor. Denn nur Akteure
die in den Medien wahrgenommen werden, haben eine Chance politische
Prozesse und den Wettbewerb um Meinungsführerschaften zu beeinflussen.
In einem Medientraining lernten die Studierenden des Masterstudiengangs
„Politikmanagement, Public Policy und öffentliche Verwaltung“ daher
jetzt, wie mediale Auftritte professionell gestaltet werden. 
(v.l.:
Studierende des Haniel Master Course beim WDR Duisburg; Michael Kersken
im Training mit Harald Brand; Prof Dr. Karl-Rudolf Korte und Harald
Brand mit Studierenden des Haniel Master Course)
Angeleitet von
WDR-Medienexperte Harald Brand erhielten die Teilnehmer zunächst
Hinweise zu dem richtigen Verhalten vor der Kamera und lernten die
Grundregeln für die Organisation und den Ablauf eines Mediengesprächs
kennen. Im Anschluss verfassten die Studierende kurze Statements um
diese dann vor der Kamera zu präsentieren. 
Der
zweite Teil des Medientrainings fand im WDR-Studio am Duisburger
Innenhafen statt. Nach einer kurzen Führung durch die Redaktion
forderte Harald Brand die Teilnehmer im WDR-Studio zu einem
Zwiegespräch unter realen Bedingungen heraus. Das Interviewtraining ist
anschließend von Brand analysiert und beurteilt worden.

13. Januar 2010
Deliberation kann Wissenschaft, Politik und Bürger vereinen
Im Rahmen des Haniel Master Course „Politikberatung: Strategien, Instrumente, Stile des modernen Regierens“ von Professor Andreas Blätte, hat Dr. Frank Fischer von der Rutgers University New Jersey einen Gastvortrag zum Thema "Policy Expertise in Public Deliberation" gehalten.
Unter der Leitfrage, welche lebensweltlichen Rationalitäten berücksichtigt werden müssen um ein für alle Akteure und Betroffene verständliches Politikfeld zu kreieren, hat Dr. Fischer ein Analysemodell vorgestellt, das die Lücke zwischen wissenschaftlicher Expertise und der sozio-kuturellen Wahrnehmung eines Problems überwinden soll. Am Beispiel des Baus von Atomkraftwerken konnte Fischer aufzeigen, dass Politik und Wissenschaft ihr Urteilsvermögen vor allem auf rationale Argumente stützen. Die Bürger empfinden hier aufgrund ihrer sozio-kulturellen Einbindung jedoch eine Wissenslücke, da die rationalen Argumente der Wissenschaft für sie nicht zugänglich sind.
(v.l.: Besucher des Gastvortrags; Dr. Frank Fischer und Prof. Dr. Andreas Blätte; Frank Fischer)
In seinem Fazit wies Fischer auf die Bedeutung von deliberativen Elementen der Politikberatung hin, um die Partizipationsmöglichkeiten der Bürger zu steigern. Die Wissenschaft dagegen müsse sich von dem rationalen Wissenschaftsdenken trennen und verstärkt sozio-kulturelle Faktoren in ihre Expertise einbeziehen um ein gegenseitiges Verständnis zu schaffen. Bei einem anschließenden Empfang hatten die Teilnehmer die Gelegenheit, mit Prof. Fischer über seine Arbeiten zu diskutieren.
Frank Fischer ist Mitherausgeber des programmatischen Sammelbandes „The Argumentative Turn in Policy Analysis and Planing“ (mit John Forester,1993) und Autor von Monographien zu den Grundlagen der Policy-Analyse (u.a. /Evaluating Public Policy/, 1995; „Reframing Public Policy“, 2003) und zu Politikberatung in der Demokratie („Technocracy and the Politics of Expertise“, 1990 und jüngst „Democracy & Expertise“, 2009).

06. Januar 2010
Studierende diskutieren Machtpotentiale des Lobbyismus
Das Thema Lobbying als Form der Politikberatung beschäftigte die Studierenden des Haniel Master Course „Politikberatung: Strategien, Instrumente und Stile des modernen Regierens“ von Professor Andreas Blätte.
(v.l. Dr. Irina Michalowitz und Prof. Dr. Andreas Blätte; Irina Michalowitz; Studierende des Haniel Master Course)
Als
Expertin zum Thema Lobbying in der Europäischen Union konnte Dr. Irina
Michalowitz, Vertreterin der Austria Mobilcom am Standort Brüssel,
interessante Einblicke in die Praxis des Lobbying geben. So sei
Lobbying aus ihrer Sicht eine spezielle Form des
Informations-
austausches, wobei gezielt zwischen Unternehmen und Politik
vermittelt wird. Außerdem widersprach sie dem Vorwurf, Lobbyarbeit sei ein rein manipulatives Instrument. Aus der Sicht Michalowitz handle es sich vielmehr um ein partizipatorisches Element, das eine punktuelle Beteiligung an Themen ermögliche. So könne Lobbying nur Detailfragen, nicht aber anhaltende politische Entscheidungsprozesse beeinflussen.

07. Dezember 2009
Soirée mit Markus Kavka
„Ich bin das erste Mal in Duisburg“, gestand MTV Moderator Markus Kavka gleich zu Beginn der Soireé der NRW School of Governance im Kulturcafé Hundertmeister.
Unter dem Leitthema „Wandel der öffentlichen Kommunikation: Neue Formate der Politikvermittlung“ diskutierte Kavka mit etwa 100 Gästen über Tendenzen der Mediatisierung, neue Webformate und die daraus entstehenden Möglichkeiten und Konsequenzen für die Politik und Strategien der Politikvermittlung.
(v.l. Gäste der Soirée; Prof Dr. Karl-Rudolf Korte mit Markus Kavka; Markus Kavka und Benjamin Liebsch, Moderation)
Besonders interessierte die Studierenden das innovative Sendeformat „Wahl im Web“, welches Kavka anlässlich des Superwahljahres 2009 moderiert hat. Diese Form einer cross-medialen Darstellung von politischen Inhalten, durch eine Kopplung von Fernsehen und Web 2.0 Elementen, sei die Zukunft der Politikvermittlung. „Wir haben bereits jetzt die Beobachtung gemacht, dass Hochrechnungen zwar im Fernsehen gesehen werden, kommentiert und diskutiert wird dann aber im Internet“, erklärte Kavka dazu. Im weiteren Verlauf sind Möglichkeiten der Partizipation durch online Medien und die Rolle des Politainments zur Mobilisierung von Wählern diskutiert worden.

17. November 2009
Studierende zu Gast bei HANIEL
„Kommunikation in Wirtschaft und Politik“ war Leitthema eines Besuchs bei der Firma Franz HANIEL und Cie. der Studierenden des Masterprogramms „Politikmanagement, Public Policy und öffentliche Verwaltung.“
Nach einer Einführung in das HANIEL-Stiftungswesen durch Dr. Waltraud Sennebogen interessierten sich die Studierenden vor allem für Fragen der Unternehmenskommunikation.
Unterstützt durch Jutta Stolle, die als Group Director Corporate
Communications in der Abteilung für Public Relations tätig ist,
erhielten die Studierenden Einblicke in Strategien und Konzepte der
Interessenvertretung, Hierarchien der Entscheidungsfindung und
Ansprüche an die Kommunikation in Großunternehmen.
(v.l.: Studierende des Haniel Master Course; Jutta Stolle)
Dabei betonte Stolle, dass die besondere Herausforderung ihrer Arbeit darin bestehe, eine Corporate Identity für die überwiegend eigenständigen Geschäftsbereiche des Unternehmens herzustellen. „Wir versuchen vor allem die Werte der Familie zu vermitteln. Die sollen in allen Bereichen gelebt werden“, erklärte Stolle gegenüber den Studierenden.
Im Anschluss erhielten die Studierenden eine Führung durch das konzerneigene Museum. Dort erlebten sie, wie sich das Duisburger Familienunternehmen in 250 Jahren zum internationalen Konzern entwickelt hat.
Die HANIEL-Stiftung unterstützt die Arbeit der NRW School of Governance seit einigen Jahren. Mehr über die Zusammenarbeit erfahren sie hier

11. November 2009
Sach- und Machtfragen beschäftigen Politikberatung
Mit Prof. Dr. Andrea Römmele von der International University in Bruchsal konnte der HANIEL Master Course zum Thema „Politikberatung: Strategien, Instrumente, Stile des modernen Regierens“ seinen ersten Gast begrüßen. Unter der Leitung von Prof. Dr. Andreas Blätte gab Römmele zunächst einen Einblick in ihre Arbeit und erläuterte Herausforderungen die sich an die strategische Kommunikationsplanung und die Beratung von Politikern ergeben.
(v.l.: Studierende des Haniel Master Course; Prof. Dr. Andreas Blätte mit Prof. Dr. Andrea Römmele)
Im Dialog mit Frau Römmele hatten die Studierenden die Möglichkeit das komplexe Feld der Politikberatung konkreter zu erfassen und erhielten interessante Einblicke in die praktische Tätigkeit und die Verzahnung von Sach- und Machtfragen. Professionelle Politikberatung wird in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen, lautete das Fazit der Veranstaltung.
Die Juniorprofessur von Andreas Blätte konnte mit Unterstützung der WestLB-Stiftung Zukunft NRW eingerichtet werden und soll durch entsprechende Forschung und Lehre das wissenschaftlich fundierte Verständnis politischer Prozesse in Nordrhein-Westfalen fördern.
Weitere Informationen dazu finden Sie hier

10. November 2009
Studierende diskutieren Strategien der politischen Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Die Kennzeichen erfolgreicher politischer Medienarbeit und die Bedeutung von Kommunikationsstrategien waren Thema eines Workshops, der im Rahmen des HANIEL Master Course „Praxis der Politikgestaltung: Verhandeln, Vermitteln, Kommunizieren“ stattgefunden hat.
(v.l.: Studierende des Haniel Master Course; Stefan Kilpper und Dr. Moritz Ballensiefen)
Gemeinsam mit den Experten Dr. Moritz Ballensiefen, Pressereferent im NRW-Ministerium für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie (MIWFT) und Stefan Kilpper von der Agentur Pleon (Agentur für Kommunikationsberatung) hatten die Studierenden die Gelegenheit, Strategien politischer Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit zu diskutieren und erarbeiteten zentrale Unterschiede der Medienarbeit für Politik und Wirtschaft.
Im zweiten Teil der Veranstaltung standen praxisorientierte Übungen im Vordergrund. Die Studierenden entwickelten eine Kommunikationsstrategie für ein Unternehmen und lernten an einem prakti-schen Beispiel, welchen Anforderungen eine professionelle Pressemeldung entsprechen muss.

03. November 2009
Workshop vermittelt Praxis des Redenschreibens
Im Rahmen des Haniel Master Course „Praxis der Politikgestaltung: Verhandeln, Vermitteln, Kommunizieren“ besuchten die Studierenden eine Redenschreiberwerkstatt im Stadttor Düsseldorf.
(v.l.: Studierende des Haniel Master Course; Alexander Schmidt-Gerning; Studierende des Haniel Master Course)
Unter der Leitung von Dr. Alexander Schmidt-Gerning, Redenschreiber des Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers und Leiter des Referats „Reden, Texte, Analysen“, diskutierten die Studierenden zentrale Kennzeichen einer politischen Rede, wie die Verwendung stilistischer Mittel oder Strategien des Aufbaus einer politischen Rede.
In weiteren Übungen sollen die Studierenden nun eigene Reden verfassen, die im Anschluss von Praktikern analysiert und ausgewertet werden. Die Ergebnisse werden in Kürze hier vorgestellt.






