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NRW School of Governance Universität Duisburg Essen
26. Oktober 2011
Antrittsvorlesung Prof. Dr. Christoph Bieber: „Was sollen wir tun? Ethik als Instrument modernen Politikmanagements“

In einem stimmungsvollen Rahmen hielt Prof. Dr. Christoph Bieber am 26. Oktober seine Antrittsvorlesung zur Johann Wilhelm Welker-Stiftungsprofessur für „Ethik in Politikmanagement und Gesellschaft“. Unter dem Titel „Was sollen wir tun? Ethik als Instrument modernen Politikmanagements“ skizzierte er das Profil der Professur sowie künftige Arbeitsschwerpunkte. Die Stiftungsprofessur ergänzt und erweitert das Profil der Forschungsprogramme der NRW School of Governance und des Masterstudiengangs „Politikmanagement, Public Policy und öffentliche Verwaltung“ am Institut für Politikwissenschaft der Universität Duisburg-Essen.



Bieber, der von der Universität Gießen nach Duisburg gewechselt ist, erläuterte etwa die zunehmende Ethik-Orientierung von Politikbereichen wie Energie-, Umwelt- oder Klimapolitik und lenkte den Blick auf die in den USA gerade begonnene Debatte um institutionelle Korruption. Entlang eines aktuellen Kommentars zur Affäre um den „Staatstrojaner“ formulierte er ethische Fragen zur digitalen Mediennutzung durch politische Akteure, auch rücke dadurch der Begriff der „Transparenz“ ins Zentrum künftiger Untersuchungen. Ethische Debatten könnten als Mobilisierungsressource verstanden werden und neue Chancen für eine individuelle politische Beteiligung eröffnen. Die Praxis- und Anwendungsorientierung der Stiftungsprofessur wolle hierzu einen Beitrag leisten.

Eröffnet wurde die Veranstaltung mit einem Grußwort von Univ.-Prof. Dr. Karl-Rudolf Korte als Dekan der Fakultät für Gesellschaftswissenschaften. Mit Blick auf die aktuelle Debatte um die Schuldenkrise verwies Korte auf die wachsende Bedeutung ethischer Orientierungspunkte für Politik und Gesellschaft. Ein weiteres Grußwort richtete Univ.-Prof. Dr. Susanne Pickel, geschäftsführende Direktorin des Instituts für Politikwissenschaft an das Auditorium im überaus gut gefüllten Veranstaltungssaal in den Räumen der NRW School of Governance.

Eingerichtet worden war die durch die Welker-Stiftung geförderte Professur unter dem Eindruck der Banken- und Finanzkrise 2008. Der Namensgeber des neuen Lehrstuhls, von 1917 bis 1944 Generaldirektor des Haniel-Konzerns, wurde in einer kurzen Einführung von Dr. Bernhard Weber vorgestellt. Als ehemaliger Leiter des Haniel-Museums in Duisburg-Ruhrort skizzierte Weber Leben und Wirken Dr. h.c. Johann Wilhelm Welkers und verwies dabei besonders auf dessen Haltung als „ehrbarer, verantwortungsvoller Kaufmann“.

In Anwesenheit der Stifterfamilie sowie des Kuratoriums der Welker-Stiftung sprach anschließend der Hamburger Weihbischof Dr. Hans-Jochen Jaschke ein Geleitwort. Er unterstrich dabei die Bedeutung von Vertrauen, Werten und Gerechtigkeit für das gemeinsame Zusammenleben und die Entwicklung einer „guten Politik“. Ethik sei eine wichtige Orientierungshilfe, dürfe aber nicht vereinnahmt werden und müsse mit Blick auf lange Traditions- und Entwicklungslinien auch weiterhin einen offenen Charakter behalten.

In Kürze wird auf der Website ein Podcast zur Veranstaltung verfügbar sein. Das Manuskript der Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Bieber ist in seinem Weblog verfügbar.


Zusammenfassung der Antrittsvorlesung als Podcast | Weitere Informationen zur Welker-Stitungsprofessur für Ethik in Politikmanagement und Gesellschaft

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